Ein Nachtclub irgendwo im angesagtesten Viertel der Stadt. Die Musik dröhnt so ohrenbetäubend laut aus den Boxen, dass die Hälfte der Gäste bereits im fortgeschrittenen Stadium der Gehörlosigkeit angelangt ist. Die Angestellten sind unablässig damit beschäftigt, den Weltschmerz und die Hoffnungslosigkeit des jungen Publikums mit bunten Cocktails zu lähmen. Um zu vergessen, drängen sich die Männer und Frauen dicht an dicht auf der Tanzfläche und bewegen sich in ungelenken Zuckungen, bis ihnen die Luft ausgeht. Dann schleppen sie sich zum Tresen, um ihren ausgepumpten Körpern etwas Flüssigkeit einzuverleiben und sich danach wieder ins Vergessen zu stürzen. So geht es den ganzen Abend, die ganze Nacht und das ganze Wochenende, bis sich die armen Seelen am Wochenanfang wieder zusammensuchen, aufraffen und wie Zombies zu ihrer Arbeit wanken. Aber die nächste Partynacht ist nicht fern.
Die Vampire sitzen in einer der hinteren Ecken an einem runden Tisch und unterhalten sich über das Essen. Es sind drei - irgendwie sind es immer drei. Trinity, ihr Anführer, lümmelt auf einer halbrunden Sitzbank, die Knie angezogen, und wippt zum Takt der Musik. Er ist der hübscheste des Trios, legt aber absolut keinen Wert auf diesen Umstand. Dementsprechend kann man davon auch wenig bis gar nichts mehr erkennen. Sein Haar ist lang und ungewaschen und hängt ihm wie ein Vorhang ins Gesicht; eigentlich liegt es nur an seinen vampirischen Sinnen, dass er nicht beständig wie ein blindes Huhn gegen die Wand läuft. Seine Kleidung riecht ein bisschen streng und müsste in der nächsten Sondermülldeponie verbrannt werden. Chicago, sein bester Freund, hat gelangweilt den Kopf auf den Arm gestützt und malt mit den schlanken Fingern Bildchen in die Masse aus verkipptem Bier und Zigarettenasche. Ab und zu zieht er an einer krummen Kippe und fügt die Asche dann seinem Kunstwerk zu. Das auffälligste Merkmal an ihm sind seine strahlenden blauen Augen, ansonsten ist er ein eher durchschnittlicher Typ, mal abgesehen davon, dass er ein Vampir ist. Der letzte in der Runde ist Santa Monica, ein etwas dicklicher junger Mann mit sich lichtendem blondem Haar, der unablässig mit seinen Finger auf den Tisch trommelt. Die Drei haben ihre Namen entsprechend ihrer Geburtsorte gewählt, auch wenn Santa Monica da einige Einwände gegen hatte. Aber sie waren zu dem Entschluss gekommen, dass Vampire eben coole Namen brauchten, nur leider waren zu dem Zeitpunkt die meisten schon vergeben. Diese elenden Blutsauger benannten sich nach Edelsteinen, Automarken, Planeten und allen anderen unmöglichen Dingen. Also blieben nur Städtenamen, da war bisher noch keiner drauf gekommen. Zwar gab es immer wieder Streit, weil sich Santa Monica umbenennen wollte - er behauptete zu diesem Zweck, nicht in Santa Monica, sondern in Paradise (nahe Vegas) geboren worden zu sein, ehe seine Eltern mit ihm in diese dumme Küstenstadt gezogen seien. Aber die anderen glaubten ihm nicht. Sie sagten ihm, dass er genauso gut auch Rosarito oder Ukiha heißen könnte, woraufhin er sich mit Santa Monica zufrieden gab.
"Wie wäre es mit der da?", fragt Chicago und zeigt mit einem verklebten Finger auf ein tanzendes Mädchen. Eigentlich würde die ihm ganz gut gefallen, aber das Problem war, dass sie ein demokratisches Trio waren und er die Nahrungsfrage nicht alleine entscheiden konnte.
"Ach, komm schon Chic, da schlage ich mir ja ein paar üble Wunden in den Körper, wenn ich mich mit der im Bett wälze. Die ist ja nur Haut und Knochen!", meckert Trinity. Er ist mit seinem Namen ganz zufrieden und spielt sich vor allem deshalb als Anführer auf. Zudem hat er immer etwas auszusetzen. Zu dick, zu dünn, zu hässlich, zu männlich, zu weiblich, zu sehr geschminkt, zu jung, zu alt, und die ganze verdammte Liste.
"Wie wäre es heute Abend mal mit einem Kerl?", mischt sich Santa Monica ein, der als Mensch schwul war, was allerdings für Vampire keinerlei Bedeutung mehr hat, da unten tote Hose ist. Gelegentlich erinnert er sich daran, wie es war, als untenherum noch alles gut war, und wollte sich irgendwie in die alten Zeiten zurückversetzen.
"Ach, jetzt hör' aber mal auf, Monica. Wir haben gerade vor zwei Wochen nen Typen abschleppt. Der hat geschmeckt wie dreimal abgehangen." Trinity verzieht angewidert den Mund.
Der dickliche Vampir hebt drohend den Finger und fuchtelt damit vor dem Gesicht des Anführers herum: "Hör' auf, mich Monica zu nennen. Wenn schon, dann Santa Monica, verstanden? Natürlich kannst du mich auch Paradise nennen. Das klingt eh' viel cooler."
Die beiden anderen und schütteln die Köpfe. Ihnen ging das Thema gewaltig auf die Nerven. "Ich glaube, hier im Laden gibt es einfach nichts Passendes. Versuchen wir es woanders", schlägt Trinity vor und schiebt Chicago von der Bank.
Der weiß, wie der Abend enden wird. Das Trio wird durch die Straßen wandern, sich Bier hinter die Binsen knallen und beim Morgengrauen noch immer nichts Passendes gefunden haben. Aus Verzweiflung gabeln sie dann irgendeine Nutte von der Straße auf und verbringen mit ihr den Tag. So war es die letzten Nächte, und so wird es auch in der nächsten Zeit sein. Zwar könnten sie auch noch den lieben langen Tag nach einem passenden Mädchen suchen, aber sie würden müde und sich gegenseitig unerträglich im Tageslicht werden, von den Kopfschmerzen ganz zu schweigen.
Chicago torkelt voran, bahnt sich einen Weg durch die tanzende Menge, die den Vampiren nur wenig Beachtung schenkt - es gibt einfach zu viele von diesen blutsaugenden Monstern, als dass diese hier noch etwas besonderes wären. Diese hier ganz bestimmt nicht. Die Leute haben viel mehr Angst vor den echten Saugern - den Anwälten, Finanzbeamten und Gebrauchtwagenhändlern. Die haben vielleicht keine übermenschliche Stärke oder Beißzähne, dafür treffen sie ihre Opfer jedoch an deren empfindlichster Stelle, ihrem Geldbeutel. Chics Schädel dröhnt und er ist froh, ein wenig kühle Luft um die Nase zu bekommen, auch wenn er nicht mehr atmet. Die beiden anderen folgen ihm langsam.
"Aaaaaiiiiiiiiii-jaaaaaiiiii!!!", schreit die Gestalt, springt aus dem Schatten neben der Eingangstüre und rammt ihm einen Pflock ins Herz.
Naja, nicht ganz ins Herz, sondern nur durch die dünne Haut über dem Brustkorb. Der Vampirjäger zappelt wild und drückt sich mit all seiner Kraft gegen das Stück Holz, um es tiefer in Chicagos Leib zu bringen. "Aaaaaiiiii!", schreit er dabei, läuft rot im Gesicht an, während seine Augen aus den Höhlen quellen. Aber seine Kraft lässt schnell nach und das laute "Aaaaaiiiiii!" wird zu einem leisen und kläglichen "Aaaaiiiii???". Dann macht er einen entsetzten Schritt zurück. Er ist ein Stückchen kleiner als Chic, drahtig und zappelig. Sein Gesicht ist gerötet, die Nase bläht sich verzweifelt auf, die Augen sind weit aufgerissen und glänzen vor Wahnsinn. Sein braunes Haar ist ebenso ungepflegt wie das von Trinity und steht wirr vom Schädel ab. Er verströmt einen schrecklichen Gestank nach Schweiß und Knoblauch.
Chic schaut fassungslos auf das Loch in seinem Hemd, das von ein paar Blutspritzern eingerahmt wird. Dann blickt er zu dem Vampirjäger auf: "Du verfluchtes Arschloch, weißt du wie lange ich nach einem solchen Hemd gesucht habe?" Seine Stimme zittert und er verliert die Kontrolle, stürzt sich mit einem Wutschrei auf den entsetzten Mann. Santa Monica und Trinity halten ihn jedoch zurück, und er tobt in ihren Armen wie ein Irrer, dem man seine Zwangsjacke gemopst hat.
"HA!!!! Ihr Kreaturen der Hölle, weicht zurück!!!" Der Vampirjäger greift nach einem hölzernen Kreuz, das an einer Schnur um seine Brust baumelt. Er hält es wie einen Schild vor sich und wedelt damit in Richtung der verdutzten Vampire. Chicago beruhigt sich wieder und streicht sich die Kleidung zurecht. "HA!!!", macht der Vampirjäger noch einmal, ohne näher zu kommen.
"Davenport, du kleine Filzlaus, haben sie dich wieder aus dem Irrenhaus gelassen?", knurrt Trinity und macht einen bedrohlichen Schritt auf den Mann zu.
"Ich bin ihnen entkommen!!! Sie können mich nicht davon abhalten, Gottes Werk zu tun und euch Kreaturen der Hölle zu vernichten!!! HA!!!", schreit er und versucht Trinity mit dem Holzkreuz zurück zu scheuchen.
Das Spektakel haben bereits einige der Gäste mitbekommen und es bildet sich eine kleine Traube am Eingang, die fasziniert zuschaut. "Oh, Mann! Jetzt wird es aber peinlich", flüstert Santa Monica. Solche Dinge sollten eigentlich nicht passieren und wenn, dann nur Vampiren, die wirklich schlecht waren. Dazu zählen sich die Drei nicht.
Trinity versucht den rasenden Vampirjäger zu beruhigen: "Na komm schon, Davenport. Du weißt so gut wie ich und jeder andere hier, dass du Scheiß redest. Wir sind keine Kreaturen der Hölle, Mann. Wir sind Staatsbürger wie alle anderen auch. Wir zahlen Steuern, wählen und heulen am Unabhängigkeitstag. Stimmt doch, Jungs, oder?" Die beiden anderen halten sich in Gedenken an den Unabhängigkeitstag, den sie wirklich mögen (wegen dem Feuerwerk und so), einen imaginären Hut an die Brust und stellen sich den Klang der Nationalhymne vor. Die Zuschauer nicken zustimmend, jeder weiß, dass Vampire wie alle anderen Monster auch, alle Rechte und Pflichten eines Bürgers der Vereinigten Staaten besitzen.
"Lügt nicht, ihr elenden Monster!!! HA!!! Zurück! Eure Zungen hat euch der Teufel selbst eingepflanzt, sie können nicht anders als lügen!" Davenport dreht sich einmal im Kreis, um den Zuschauerzustrom in Schach zu halten. Die Menschen zucken auch gehorsam vor der Nähe des Verrückten zurück.
Davenport ist ein alter Bekannter des Trios, von dem sie glaubten, er sei in einer gemütlichen Einzelzelle in irgendeinem Irrenhaus. Vor mehreren Jahren hatte er sie verfolgt und mehrfach versucht sie umzubringen, bis die Polizei ihn geschnappt und lebenslänglich in eine geschlossene Anstalt gesperrt hatte. Nun war er ausgebüxt und machte nichts als Ärger. Chic hasst diesen Typen, er hatte damals sein Auto, seinen heiß geliebten Pontiac, angezündet und dabei aus der Bibel vorgelesen. Total meschugge, der Kerl.
"Davy (Trinity weiß, dass der Vampirjäger es hasst so verniedlicht zu werden.), Schätzchen. Du brauchst dringend deine Medikamente. Die Ärzte machen sich sicherlich schon Sorgen um dich."
"Aaaiiii!!!!" Der fuchtelt nur wie ein Wilder mit dem Kreuz herum. Dann reißt er eine Knoblauchknolle von seinem Gürtel und beißt hinein. Der Menge entringt sich ein Würglaut.
"Probier's mit vampirischer Beruhigung", flüstert Santa Monica dem Anführer zu.
Der nickt unmerklich und redet dann beruhigend auf den Irren ein: "Davenport, bitte! Schau, wie peinlich das für uns alle ist. Du machst dich ja lächerlich. Vermisst du nicht deine Zelle und die schicke weiße Jacke? Das gute Essen und die Gitter an den Fenstern?" Seine Stimme klingt ein wenig hypnotisch, aber Trinity war nie besonders gut in der ganzen Vampirkacke, mal abgesehen von Prügeleien und so. Zudem muss man verflixt darauf achten, die Hypnose auch mit den passenden Worten zu versehen. Das ist schon gar nicht seine Stärke.
"Aaaiiii!!!", heult der Vampirjäger wieder (seit seinem Aufenthalt im Sanatorium Seeblick war sein Wortschatz arg eingegangen). Sein Gesicht sah aus wie eine überreife Tomate, die jeden Moment explodieren konnte.
"Okay, so scheint es nicht zu funktionieren", gibt Trinity trocken von sich und macht einen Schritt nach hinten, als Davenport einen nach vorne macht. Aus dem Mund des Vampirjägers weht den Vampiren, die dagegen völlig immun sind, ein unbeschreiblicher Gestank aus Knoblauch und ungepflegten Zähnen entgegen.
"Der Mann ist ein einziges, stinkendes Wrack", würgt Chic, der nicht allergisch auf den Knoblauch reagiert, sondern sich einfach nicht mit dem Gestank aus dem Mund des Mannes an sich anfreunden kann.
"Okay, die Polizei muss doch endlich mal hier sein." Trinity überlegt, ob er sich nicht einfach in Nebel verwandeln soll. Aber da es wieder eine der Sachen ist, die er nicht so gut kann, verzichtet er lieber darauf. Es wäre zu peinlich, wenn es ihm vor den ganzen Zuschauern nicht gelingen würde.
"Überlasst den Scheißer mir, wir haben noch eine Rechnung offen", faucht Chicago und schiebt sich wieder vor. Wolfsform wäre cool, überlegt er, aber der Irre hat vermutlich die Krätze, die er dann Tage lang wieder nicht loswürde. Das ist ihm schon einmal passiert und an das Gekratzte und Gejucke erinnert er sich nicht gerne.
"Aber bring' ihn bloß nicht um, Chic. Ich habe keine Lust meine Nacht auf dem Revier zu verbummeln und nen beschissenen Anwalt rufen zu müssen", warnt Santa Monica, reibt sich aber insgeheim die Hände, denn er mag es, wenn mal etwas passiert. Zumindest solange ihm niemand weh tut.
Chicago tritt langsam vor, ein überlegenes Lächeln auf den Lippen. Eigentlich sehnt er sich nach einer größeren Herausforderung, nicht nach diesem Hemdchen, das sich schon einen Bruch hob, wenn es zu doll mit dem Holzkreuz herumwedelte. "Aaaaaiiiii!!!" Das Kreuz in der zitternden Hand versucht er Chicago auf Abstand zu halten, ohne selbst Boden zu verlieren. Den Vampir interessiert es herzlich wenig. Kreuze wirken nur auf einen Vampir, wenn der irgendeine Psychose bezüglich der Dinger hat. Ansonsten könnte man auch mit einem Kochlöffel herumfuchteln, um denselben Effekt zu erzielen - nämlich gar keinen. Chicago hat keine wie auch immer geartete Angst vor religiösen Symbolen und macht folglich einen weiteren Schritt vorwärts.
"Du Drecksack hast mein Auto abgefackelt. Das war vollkommen unnötig. Wir haben dir nichts getan. Überhaupt nichts. Und es interessiert mich einen Scheiß, dass du glaubst, dass wir Vampire deine Mutter leer gesoffen haben. Man, jeder kann dir sagen, dass Vampire das nicht machen. Wir sind doch keine Mörder oder so. Wir wollen nur unsere Ruhe haben und das tun, was wir gerne machen. Aber nein, immer müssen so Spinner wie du auftauchen und uns auf die Eier gehen. Ich habe es satt bis hier oben, verstehst du?", schreit er den Vampirjäger an.
Der zeigt sich zwar beeindruckt, aber wenig einsichtig. Mit seinem nervenden "Aaaaiiiiii!!!" greift er in die Tasche seines speckigen Mantels. Schwungvoll zieht er eine kleine Flasche daraus hervor, entkorkt sie mit einem leisen Plöp und schleudert den Inhalt auf Chicago.
Der Vampir versucht sich zu ducken, ist aber schon zu nah an dem Angreifer, so dass ihn ein Schwall Wasser mitten ins Gesicht trifft. Das ist zu viel. Man kann Vampire anpöbeln, versuchen sie mit Kreuzen auf Distanz zu halten, wenn es nach Chicago geht, kann man sogar erbärmlich nach Knoblauch stinken, aber bei Pflöcken und ollem Weihwasser hört sich alles auf. "Mann, du Arsch, jetzt habe ich aber die Schnauze voll", brüllt Chicago, gibt ebenfalls ein "Aaaaiiii!!!!" von sich und stürzt vor.
Der Jäger "Aaaaiiii!!!"t und knallt dem Vampir das Kreuz ins Gesicht. Das hinterlässt auch prompt einen dicken Kratzer auf der Wange des eitlen Vampirs, für den der Abend nun endgültig ruiniert ist. Er schlägt die Hand mit dem Kreuz zur Seite, so dass es im hohen Bogen davon segelt. Mit der anderen Hand fasst er den Vampirjäger, der jetzt in wilde Panik verfallen ist, am Kragen und hebt ihn mühelos hoch. Der Mann tritt um sich, seine Arme schlagen blindlings und erfolglos durch die Luft. Aus seinem Mund dringt ein panisches "Aaaaiiii!" nach dem anderen.
Die Menge jubelt - endlich passiert etwas Aufregendes - und feuert den Vampir an. Santa Monica stimmt in die Anfeuerungsrufe ein, verstummt jedoch, als Trinity ihm einen Schlag versetzt. Chicago bekommt davon gar nichts mit, sondern starrt den Vampirjäger aus rot glühenden Augen an (neben den Zähnen einer der coolsten Vampireffekte): "So, du Würstchen. Ich würde dir am liebsten den Hals umdrehen, aber dann gibt es Ärger mit den Bullen. Also werde ich dich hier hin hängen und zappeln lassen. Die Cops werden dich dann mitnehmen und schön in eine gemütliche Zelle setzen, bis du in dein Erholungsheim zurückkommst. Da werde ich dich dann besuchen und den Chefarzt davon überzeugen, dass Einläufe das einzige Mittel sind, um dir die Flausen aus dem Kopf zu treiben. Hast du mich verstanden?" Bei seinen Worten erhebt sich Chicago in die Luft (es ist nicht so sehr ein Fliegen, als viel mehr ein Schweben, aber trotzdem reicht es immer wieder, um bei den Bräuten Eindruck zu machen) und hängt den zappelnden Vampirjäger einige Meter höher mit dem Hosenbund an das Gitter einer Feuerleiter.
Der Vampirjäger schreit und tritt wild um sich, erstarrt aber, als er nach unten blickt. Chicago schwebt neben ihm und lächelt mit seinen Fangzähnen, dann wirft er dem Vampirjäger einen Kussmund zu und gleitet wieder nach unten. Dabei flüstert er dem Irren ein "Denk' an die Einläufe!" zu. Der Vampirjäger fängt wieder verängstigt und weinerlich an "Aaaaiiiii!!!" zu schreien.
Als er unten ankommt, applaudieren die Zuschauer, auch wenn sie gerne etwas Blut gesehen hätten, während ihm Trinity und Santa Monica auf die Schultern klopfen. Das Eintreffen der Polizei löst die Versammlung auf. Die Beamten sind übermüdete Typen, die man gerade von Kaffee und Doughnuts weggeholt hat, aber ganz in Ordnung. Der Ältere der beiden geht bald in Rente und möchte eigentlich nur noch ruhige Dienste schieben. Der Jüngere ist noch etwas grün hinter den Ohren und geht seinem Partner mit seinem Übereifer gewaltig auf die Nerven. Die beiden lassen sich von den Vampiren die Sache schildern, nehmen ihre Personalien auf und wünschen ihnen noch einen schönen Abend.
"Regnet es?", fragt der Ältere Polizist, als ihn ein paar Tropfen auf die Stirn treffen.
"Nein." Der andere deutet mit einem Grinsen nach oben auf den Vampirjäger.
"Ach Scheiße!", flucht der Ältere.
Nun müssen sie sich überlegen, wie sie den "Aaaaiiiii!!!!" schreienden Typen, der sich in die Hose gemacht hat, von da oben herunter bekommen.
Die Vampire haben sich schon längst davon gemacht.
Sie streunen durch die Straßen der Stadt, Chicago ist bemüht den Kratzer zu verdecken, den ihm das Kreuz beigebracht hat, da diese Wunde erst über den Tag hinweg heilt. Das Trio ist nicht sonderlich gut gelaunt und kauft sich an jedem 24-Stunden-Laden ein Sixpack. Irgendwann sind sie zu betrunken, um noch ein Mädchen aufreißen zu können und geraten an eine billige, aber freundliche Nutte namens Rose, die sie mit nach Hause nehmen.







