Wie die Monster unter das Bett kommen ...

Wie die Monster unter das Bett kommen? Lass' mich einmal überlegen. Das ist keine leichte Frage, denn sie könnten ja geheime Zugänge haben, die von ihren Höhlen direkt unter dein Bett führen. Vielleicht werden sie aber auch einfach mit jedem Bett angeliefert. Quasi im Preis inbegriffen. Das glaubst du nicht? Ich auch nicht. Ich glaube, es hängt mit deinen Träumen zusammen. Wie das, fragst du? Nun, es gibt gute und schlechte Träume.

Die guten, die steigen auf, nachdem sie geträumt wurden. Sie sind luftig und leicht und voller Freude und Hoffnung. Sie fliegen nach oben in den Himmel und werden zu funkelnden Sternen. Da kannst du sie dann manchmal sehen, auch wenn du vielleicht nicht mehr so genau weißt, welcher Traum von dir stammt. Es gibt nämlich ziemlich viele Sterne.

Die schlechten Träume, die sind traurig und schwer. Sie können nicht davon fliegen, sondern sinken herab und kriechen unter dein Bett. Da sammeln sie sich. Anfangs verkriechen sie sich ängstlich in den hintersten Winkel. Wenn du jedoch weiterhin schlecht träumst, werden sie stärker. Bald sind sie mutig genug und nehmen die Gestalt von Monstern an. Und die lauern dann unter deinem Bett. Natürlich nur nachts, wenn es dunkel ist. Tagsüber sind sie unsichtbar und klein und schwach. Da brauchst du keine Angst vor ihnen zu haben. Aber wenn es Abend wird, kriechen sie aus ihren Ecken hervor. Dann kannst du sie manchmal hören, wie sie gegen deine Matratze schlagen oder ihre Klauen über den Boden kratzen. Sie lauern unter den kleinsten Betten, manchmal auch im Bettkasten zwischen der frischen Wäsche. Es hilft nichts, wenn man sie mit dem Besen verscheucht, denn meistens entwischen sie einem und verstecken sich im Wandschrank. Und man kann ja nicht immer ein neues Bett kaufen, unter dem noch keine Monster wohnen.

Was kannst du also tun, wenn du weißt, dass Monster unter deinen Bett warten? Eine Taschenlampe hilft, denn sie mögen kein Licht. Aber damit vertreibst du sie nicht. Vielleicht gibt dir ein guter Freund einen Traumfänger, der dich beschützt, aber auch das wirkt nicht immer. Denn die Monster sind ja schon da. Umziehen wäre einfach, aber naja, wer würde das schon tun, nur weil ein Monster unter seinem Bett wohnt. Ich wohl nicht.

Es hilft, wenn du dir eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen lässt. Dann kannst du gut einschlafen und die Träume sind nicht mehr schlecht. Und die Monster mögen keine Gute-Nacht-Geschichten. Sie können sie nicht hören und bald haben sie die Nase voll und ziehen aus. Allerdings solltest du dann den Schrank geschlossen halten bis sie weg sind, ansonsten suchen sie sich ein Plätzchen zwischen der alten Wäsche.

Am besten ist es, wenn du nicht alleine einschläfst. Denn die Monster kommen nur, wenn sie ganz sicher sind, dass nur du da bist. Aber wenn jemand bei dir ist, trauen sie sich nicht hervor. Und bald haben sie keine Lust mehr, denn unter dem Bett ist es eigentlich ziemlich langweilig, wenn man niemanden erschrecken kann.

Und jetzt heißt es Schlafenszeit. Siehst du, ich schaue unter deinem Bett nach: Keine Monster. Und im Schrank auch nicht. Schlaf gut, träum was süßes.

© 2012 | Impressum