Die unordentliche Piratenbande

Oh ja, dein Zimmer ist ganz schön unordentlich. Sehr unordentlich. Da liegen ein paar Bücher, dort die Malstifte, hier eine alte Socke, ein Teddybär, Bausteine und und und ...

Das sieht fast so aus wie auf dem Schiff der unordentlichen Piratenbande.

Nicht ganz so schlimm, aber wohlfühlen würden sie sich hier bestimmt.

Du kennst die unordentliche Piratenbande nicht? Dann wird es aber Zeit ...


Die unordentliche Piratenbande sind 7 waschechte Piraten. Sie sind der Schrecken der Weltmeere, die Herren der Ozeane, die Nervensägen aller reichen Handelsschiffe.

Und sie sind ziemlich schmutzig. Sie hassen es, sich zu waschen und schwingen ihre schartigen Säbel, wenn auch nur jemand das Wort "Seife" ruft.

Für ein echtes Piratenschiff sind 7 Piraten allerdings eine sehr kleine Mannschaft. Das liegt daran, dass es niemand lange mit ihnen aushält. Selbst andere Piraten nicht.

Einen richtigen Kapitän hat die Piratenbande nicht. Niemand möchte dem anderen lange gehorchen. Also wechseln sie sich ab mit dem Kapitänsein. Da sie genau 7 Piraten sind, ist jeder für einen Tag der Woche der Chef.

So streiten sie sich zumindest nicht mehr darum, wer Oberpirat ist.

Besonders gut ist der ständige Kapitänswechsel jedoch nicht. Denn der eine möchte nach Westen fahren, also werden die Segel nach Westen gesetzt. Am nächsten Tag möchte der neue Oberpirat aber lieber nach Osten segeln. Und der nächste nach Süden. So geht es immer hin und her.

Manchmal fahren sie eine Woche nur im Kreis.


Das Leben der Piraten besteht aus den immer gleichen Dingen: Entern, Schatz verstecken und Feiern.

Oft müssen sie sehr lange nach einem Schiff suchen, das sie überfallen können. Denn meist streiten sie so laut darüber, wohin sie fahren sollen, dass die anderen Schiffe sie schon von weitem hören können. Dann machen sie sich schnell aus dem Staub.

Wenn die Piraten aber endlich ein unvorsichtiges Schiff gefunden haben, dann greifen sie sofort an.

"Alle Mann an Deck!", schreit der, der heute Kapitän ist.

Die Piraten stolpern aus ihren Kajüten, schlüpfen im Laufen in ihre Piratenstiefel, ziehen die Augenklappen auf, binden sich ein Piratentuch um den Kopf und legen den Säbel an.

Oft verwechseln sie dabei ihre Stiefel, so dass ihnen später schrecklich die Füße wehtun.

Dann werden die Kanonen feuerbereit gemacht.

Bald knallen die ersten Kanonenschüsse. Die Piraten feuern aus allen Rohren. Besonders gut zielen können sie nicht, weil die Augenklappen sie beim Sehen stören. In Nullkommanix sind ihnen die Kugeln ausgegangen.

Und jetzt zeigt sich, warum sie die unordentliche Piratenbande sind. Denn überall auf Deck liegen ihre Sachen verstreut. Es herrscht eine heillose Unordnung. Rumfässer und Kartoffelsäcke, Spielzeug und Kleidungsstücke, Geschirr und Seekarten, ein Papageienkäfig und ein Anker, Kopfkissen und Stühle - einfach alles lassen sie liegen.

Wenn ihnen die Kanonenkugeln ausgehen, ist das praktisch. Denn nun laden sie die Kanonen mit allem, was sie in die Hände bekommen. Da werden Teddys und Puzzle abgefeuert, Stiefel und Hosen, Kochtöpfe und Suppenschüsseln, Malbücher und Buntstifte, ein Sack Kartoffeln, ein Säbel, ein Piratenhut. Kürzlich wurde auch Pirat Nummer 5 abgefeuert, weil er neben einer Kanone ein Nickerchen gemacht hat.


Seit kurzer Zeit vergraben die Piraten ihre Beute. Das haben sie nicht immer so gemacht. Früher ließen sie den Piratenschatz einfach irgendwo auf Deck stehen.

Als ihnen dann bei einem Angriff aber die Kanonenkugeln ausgingen, schossen sie aus Versehen ihre Schatztruhe ab.

Damit versenkten sie zwar das feindliche Schiff, aber leider war ihr Schatz nun auf dem Grund des Meeres.

Deshalb rudern die Piraten nun nach jeder gewonnen Seeschlacht auf die nächstbeste Schatzinsel und vergraben dort ihr Gold.

Damit kein Pirat allein weiß, wo der Schatz vergraben liegt und ihn heimlich stehlen kann (Piraten trauen sich nämlich auch untereinander nicht über den Weg), malt jeder ein Stück der Schatzkarte. So gibt es 7 Teile davon.

Nur leider sind die Piraten so unordentlich, dass sie bald ihre Kartenteile verloren haben.

So vergraben sie ihre Schätze, wissen bald aber nicht mehr, wo das Piratengold versteckt ist.


Wenn nun ein Schiff erobert und ein Schatz vergraben wurde, dann feiern die Piraten ein großes Fest

Es gibt Kartoffelsuppe, gebratenen Fisch und Fässer voller Rum.

Dabei sind die Piraten ausgesprochen lustig, spielen verstecken und ärgern sich mit kleinen Streichen.

Nach dem vielen Essen sind die Piraten so dick und müde, dass sie drei Tage kein Schiff angreifen können.


Nur ein einziges Mal im Jahr räumt die unordentliche Piratenbande ihr Schiff auf. Das ist an Muttertag.

Denn dann kommen die Mütter der Piraten zu Besuch. Und die sind so streng, dass sich sogar die Piratenbande vor ihnen fürchtet.

Für das Aufräumen brauchen sie übrigens eine ganze Woche, so unordentlich ist es auf dem Schiff.

Die Piraten sind an Muttertag besonders schlecht gelaunt, weil sie auch noch ein Bad nehmen müssen. Mit Seife.


Aber sobald Muttertag vorbei ist, werden sie wieder die schreckliche, unordentliche Piratenbande.


So wie dein Zimmer aussieht, möchtest du auch gerne Pirat werden, wenn du groß bist, nicht wahr?

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