Wunderlandtüte

Das wäre mal ein praktisches Ding: eine kleine Tüte voller Wunderland.

Aus Papier mit Hase und einer Pfütze darauf. Sie raschelt und knistert und fühlt sich jedes mal anders an: als wäre etwas Großes darin, dann wieder etwas Kleines, mal rund und mal eckig, mal weich und mal hart.


Man kann sie in die Tasche stecken und überall mit hinnehmen, herausholen, wenn einem im Alltag danach ist. Vorsichtig, damit die Kollegen nichts davon mitbekommen (was gar nicht so einfach ist, da sie so raschelt). Darin ist es leider arg dunkel, man kann nichts erkennen. Man zögert und muss dann doch eine Hand hineinstecken, um sich etwas Wunderland herauszuholen. Wer weiß, was es ist? Vielleicht ein Fläschchen Möhrensaft, versetzt mit Feenstaub? Ein meckernder Plüschtiger, der leider in die Tüte gemacht hat? Oder eines von Cassandras Spielzeugen, das man mit hochroten Wangen schnell wieder verschwinden lässt? Grüntee-Vanille? Es könnte alles sein, und das zu einem echten Knüllerpreis, denn so eine Wunderlandtüte würde nie mehr kosten als man gerade in der Tasche hat.


Es könnte natürlich auch passieren, dass einen etwas packt und in die Tüte zieht. Da würden die Kollegen aber gucken. Ziemlich doof aus der Wäsche nämlich. Würde einen aber nicht stören. Denn da warten wunderbare Orte, die den Alltag vergessen lassen. Hasenbau und Heckenlabyrinth, Springwunderpfützen und Zauberspiegel, unkeusche Himmelbetten und dergleichen. Nicht zu vergessen ein kleines Wohnzimmer irgendwo im Nahrungsmittelkonsum, ganz abgeschieden von der Welt. Ganz und gar Zauberreich. Beinahe ein wenig unwirklich. Für ein paar Stunden.


Ungeklärt bleibt, wie man aus der Tüte wieder herauskommt ...

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